Das Stiefmütterchen
Das Stiefmütterchen - Beschreibung und Herkunft
Das ursprünglich in ganz Europa beheimatete Stiefmütterchen, wie wir es kennen, ist eine Kreuzung aus seinen verschiedenen Wildformen, der Viola tricolor, der Viola altaica, der Viola lutea sowie noch einigen weiteren Untersorten. Wie der lateinische Name schon andeutet, gehört das Stiefmütterchen zur Gattung der Veilchen und ist in seiner gezüchteten Form aus unseren Gärten nicht mehr wegzudenken. Das Gartenstiefmütterchen (Viola wittrockiana) wird bis zu 20 Zentimeter hoch und ist eine zweijährige und äußerst frostresistente Pflanze, die auch im Winter gesetzt werden kann. Je nach Aussaat blühen die Stiefmütterchen im Herbst und Frühling oder vom Frühling bis zum Herbst. Den volkstümlichen Namen hat die in fast allen Farben und kontrastierenden Zeichnungen erhältliche, hübsch blühende Pflanze von der speziellen Anordnung ihrer fünf Kronblätter. Das größte untere Blütenblatt sitzt auf zwei Kelchblättern und wird als Stiefmutter bezeichnet. Rechts und links sitzen die beiden „Töchter“-Blätter jeweils auf einem Kelchblatt und dann folgen die beiden kleinen und unscheinbareren Stieftöchter, die sich ein Kelchblatt teilen. Insgesamt hat die Blüte einen Durchmesser von etwa 5 bis 6 Zentimetern und präsentiert sich wahlweise in tiefem Blau mit weißen Schattierungen, leuchtendem Gelb mit dunkelvioletten Mustern oder auch in einem kräftigen Rot.
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Der offizielle botanische Name des Gartenstiefmütterchens existiert tatsächlich erst seit 2007. Bis dahin war seit der Beschreibung der Veilchenart durch den Schweden Veit Brecher Wittrock im Jahr 1896 und auch im darauf folgenden Jahrhundert versäumt worden, eine wissenschaftliche Dokumentation zu erstellen sowie der uns bekannten Kreuzung einen Namen zu geben. Wenn Sie also im Gartencenter unterwegs sind und nach der „Viola wittrockiana Gams ex Nauenburg & Buttler“ fragen, sind Sie genau richtig.
Wie wachsen Stiefmütterchen am besten?
Die unempfindlichen Stiefmütterchen können Sie das ganze Jahr über in Ihre Gartenbeete setzen. Auch auf dem Balkon machen sich die farbenprächtigen Blüten hervorragend. Die Stiefmütterchen sind sowohl als Saat als auch als vorgezogene kleine Pflanzen erhältlich. Für die Blüte im Herbst und im Frühjahr wird die Viola im Sommer gesät, für die lange Sommerblüte erfolgt die Aussaat im Winter.
Die Pflanzen benötigen einen sonnigen bis halbschattigen Standort sowie einen konstant feuchten Boden. Die ursprüngliche Wildpflanze verträgt zwar auch längere Trockenperioden, der Blütenstand fällt dann allerdings weniger prächtig aus. Darüber hinaus sind Stiefmütterchen auch hinsichtlich der Bodenqualität genügsame Gartenbewohner, denn eine Düngung ist auch schon aufgrund der geringen Größe nicht notwendig. Obwohl Stiefmütterchen zweijährig sind, erübrigt sich eine erneute Aussaat an gleicher Stelle, da die Pflanzen durch Selbstaussaat wieder neu auskeimen.
Besonderheiten – Aus der Hausapotheke der Natur
Die Inhaltsstoffe des wilden Stiefmütterchens (Viola tricolor) wurden in früheren Zeiten übrigens als Medizin verwendet. Das Ackerveilchen, wie die Wildform unter anderem genannt wird, verfügt über Wirkstoffe wie Salicin, Salizylsäure, Gerbsäure und ätherische Öle, die gegen Husten, Asthma, Rheuma, Schlaflosigkeit und leichte Herzbeschwerden eingesetzt wurden. Auch werden heute noch Tees aus den Wurzeln und Blättern des wilden Stiefmütterchens hergestellt, die harntreibend und entzündungshemmend wirken. Diese Eigenschaften sind unseren gezüchteten Zierblumen im Laufe der Zeit abhanden gekommen und daher ist es vielleicht ganz reizvoll, neben den schönen Gartenstiefmütterchen die eine oder andere Wildform anzupflanzen. Fragen Sie doch einfach in Ihrem nächsten Fachgeschäft nach Ackerstiefmütterchen oder Wiesenstiefmütterchen, die zwar wesentlich kleinere Blüten haben – doch allein ihre „inneren Werte“ sprechen schon für sich.